Zahl der Unternehmensinsolvenzen weiter rückläufig – Schaden für die Gläubiger nimmt jedoch zu

Die Wirtschaftskanzlei Creditreform meldet am 27.06.2018, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im ersten Halbjahr 2018 weiter rückläufig ist. Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2017 haben 3,3% weniger Unternehmen den Gang zum Amtsgericht beschritten. Als Gründe dafür führt die Creditreform das anhaltende Wirtschaftswachstum in Deutschland, sowie die weiterhin günstig bleibenden Finanzierungsbedingungen für Unternehmen an.

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Überraschenderweise nimmt der Schaden für Insolvenzgläubiger, entgegen dem erwarteten absteigenden Trend, zu und ist im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr um 2,5 Mrd. Euro angewachsen. Der Gesamtinsolvenzschaden in 2018 weist derzeit einen Betrag in Höhe 15,5 Mrd. Euro aus. Pro Unternehmensinsolvenz entsteht im Schnitt ein Schaden von 1,6 Mio. Euro für die Gläubigerschaft. Auch die Anzahl der durch Insolvenzen bedrohten Arbeitsplätze hat zugenommen. Während im 1. Halbjahr 2017 rund 101.000 Arbeitsplätze in Gefahr waren, so sind es im selben Zeitraum diesen Jahres bereits 120.000 Arbeitsplätze.

Insolvenzschäden

Im ersten Halbjahr 2018 konnte sogar ein Anstieg der Insolvenzen bei mittelständigen Unternehmen mit einem Umsatz von 5 Mio. Euro bis 25 Mio. Euro um 10,8% registriert werden. Der Zuwachs bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 50 Mio. Euro oder mehr liegt gar bei 66,7%. Bei Kleinunternehmen mit einem jährlichen Umsatz von 250.00 Euro oder weniger ist ein rückläufiger Trend zu beobachten. Letztere machen mit 50,8% allerdings mehr als die Hälfte aller Unternehmensinsolvenzen aus. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr liegt bei 10,2%.

Insbesondere ältere Unternehmen mit einer Historie von 9 Jahren oder mehr konnten Zuwächse bei Insolvenzanträgen im einstelligen Prozentpunktebereich verzeichnen. Insgesamt machen Unternehmen mit einem Alter von 10 Jahren oder mehr den größten Anteil aus, nämlich 46,1%.

Mit Blick auf die betroffenen Branchen lässt sich sagen, dass Rückgänge im verarbeitenden Gewerbe (-6,6%) und im Baugewerbe (-5,2%) für eine wirtschaftliche Stabilisierung dieser Sektoren spricht. Der Handel hat sich mit einem Rückgang von -0,9% kaum verändert, wobei diese Branche mit 21,8% aller Unternehmensinsolvenzen einen großen Anteil trägt. Der Dienstleistungssektor ist nach wie vor der mit Abstand größte Zweig und liegt nahezu unverändert zum Vorjahr bei 56,4% aller Unternehmensinsolvenzen. Statistisch betrachtet gehen von 10.000 Unternehmen 61 in ein Insolvenzverfahren. Vor zehn Jahren lag diese Zahl noch bei 103.

Wir unterstützen Sie gerne und bieten Ihnen unsere Expertise an. Entweder gelingt es noch eine Insolvenz zu vermeiden oder, wenn nicht bereiten wir eine kontrollierte Sanierung durch ein Insolvenzverfahren vor. Sprechen Sie uns zeitig an, dann stehen wir kurzfristig für ein unverbindliches Erstgespräch zu Verfügung. Je früher Sie uns ansprechen, desto größer ist unser Handlungsspielraum.

Quelle: Creditreform: Insolvenzen in Deutschland, 1. Halbjahr 2018