Ideen zur Zukunft des Handels

In unserer Reihe zum Thema „Ideen zur Zukunft des Handels“ möchten wir in den nächsten Wochen aktuelle Entwicklungen und Trends des Handels aufzeigen. In diesem Teil berichten wir über eine der aktuellen Entwicklungen im Einzelhandel und möchten anhand eines Beispiels zeigen, wie sich ein Unternehmen, aufgrund eines sich verändernden Marktumfeldes, an die Zukunft anpassen muss.

Das Bezahlen mit Bargeld im Supermarkt um die Ecke gehört unlängst der Vergangenheit an. Viele Menschen bezahlen Ihre Einkäufe mit der EC- oder Kreditkarte. Diese Bezahlung wird als „kontaktbehaftet“ bezeichnet, da der Kunde über das Kartenlesegerät seine PIN eingeben muss. Inzwischen haben die Sparkassen zur Verringerung der benötigten Zeit beim Bezahlvorgang mit Karte bundesweit alternativ das „kontaktlose“ Zahlen eingeführt – dabei muss die Karte nicht mehr in das Lesegerät gesteckt werden, sondern kann einfach davorgehalten werden. Das kontaktlose Bezahlen von Kleinbeträgen unter 20 Euro mit der EC-Karte dauert im Schnitt nur 10 bis 12 Sekunden, da hierbei nicht einmal mehr die PIN eingegeben werden muss. Ein kontaktbehafteter Zahlvorgang dauert zum Vergleich etwas mehr als 20 Sekunden. Derzeit stellen etwa zwei Drittel aller Handelsunternehmen, die mindestens 30 Millionen Euro im Jahr umsetzen, die etwa 300 bis 400 Euro teuren Lesegeräte zur Verfügung.
Der Verzicht auf die Eingabe der PIN beim kontaktlosen Zahlen bietet zwar nur einen geringen Zeitvorteil, könnte den Kunden aber dadurch zu einem Kleineinkauf locken. Technische Innovationen wie diese sollen zeigen, in welche Richtung sich der Handel in der Zukunft entwickelt. Neben Ideen, die den stationären Handel verbessern sollen, werden ebenfalls Ideen und Geschäftsmodelle entwickelt, die das Internet mit einbeziehen. Das Internet nimmt einen immer größeren Stellenwert ein und bietet dem Handel neue vielfältige Möglichkeiten der Kundenansprache.

Allein in NRW wird jeder zehnte Euro inzwischen über das Internet umgesetzt und bis 2020 ist ein Anstieg auf mehr als 20% prognostiziert. Durch Veränderungen innerhalb der Kundschaft sehen sich die Händler gezwungen, ihre Verkaufsstrategien anzupassen. Eines der meist genannten Beispiele hierfür ist das Kataloggeschäft der Versandhändler. Einst galten diese als Vorreiter des Homeshoppings. Heute ist das Kataloggeschäft fast vollständig durch den Onlinehandel abgelöst worden. Der Versandhändler Otto hat die Bedürfnisse der Kunden frühzeitig erkannt und ist dem Trend des Onlinehandels gefolgt. Das Unternehmen hat den Wandel vom ehemaligen Kataloghändler zum heutigen Onlinehändler geschafft und erwirtschaftet knapp 90% des Umsatzes über das Internet. Damit zählt Otto zu einem der größten Onlinehändler in Deutschland. (Platz 1: Amazon mit 8,8 Mrd. Euro, Platz 2: Otto mit 2,9 Mrd. Euro, Platz 3: Zalando mit 1,2 Mrd. Euro).

Im nächsten Teil dieser Reihe berichten wir Ihnen über das Einkaufsverhalten des modernen Kunden, einen frischen Aufwind des stationären Handels und darüber wie sich der Food- und Non-Food-Handel in der Zukunft entwickeln.

Quellen: IHK-Magazin „Handeln für die Zukunft“
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