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Neufassung des IDW S 6 veröffentlicht – kürzer, schlanker und konkreter

Der IDW S6 gilt als branchenweiter Standard für die Erstellung von Sanierungsgutachten und macht die Anforderungen daran deutlich. Dieser wird verwendet, um die Lage von sanierungsbedürftigen Unternehmen nach einem einheitlichen Maßstab zu bewerten. Mit der kürzlich veröffentlichten Neufassung des IDW S6 wurden die Anforderungen an die Erfahrungen der Vergangenheit und an die Herausforderungen der Zukunft angepasst. Im Vergleich zur alten Fassung ist die Neue kürzer, schlanker und bietet mehr Raum für kleine Unternehmen. Das Ausmaß der Analyse und die Berichterstattung zu den einzelnen Anforderungen an Sanierungsgutachten sind an die Komplexität des Unternehmens anzupassen. Somit können der Aufwand und die damit einhergehenden Kosten im Rahmen der Erstellung eines Gutachtens geringer ausfallen. Der Standard erleichtert damit kleineren Unternehmen den Zugang zu S6-Gutachten.

Nur Aspekte, die eine tatsächliche Rolle bei der Krise eines Unternehmens spielen, sollen in der Zukunft von Sanierungskonzepten behandelt werden und nicht wie bisher eine breite Anzahl nicht relevanter Faktoren.

Der IDW S 6 stellt die Weichen für die Zukunft

Auch das Thema Digitalisierung wird nun in der Neufassung stärker behandelt. Eine Digitalisierungsstrategie ist für Unternehmen in der heutigen Zeit besonders wichtig und kann zum erfolgreichen Bestehen am Markt beitragen. Neben den langfristigen Zielvorstellungen und Grundstrategien für das sanierungsbedürftige Unternehmen, ist auch die digitale Strategie auf Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu prüfen.

Wirtschaftliches Eigenkapital kann in der Zukunft bei der Beurteilung über die Sanierungsfähigkeit eines Unternehmens berücksichtigt werden. Qualifizierte Rangrücktrittserklärungen stärken zwar das wirtschaftliche, nicht aber das bilanzielle Eigenkapital. Denn diese können in der Handelsbilanz nicht berücksichtigt werden. Nun wurde in der Neufassung eine Ausnahmeregelung verankert, die es erlaubt wirtschaftliches Eigenkapital zu berücksichtigen, bis ein angemessenes Eigenkapital erreicht wird.

Dagegen bleibt die Forderung nach angemessener Rendite unverändert und fest im Standard verankert. Auch weiterhin muss für die Sanierung eines Unternehmens die Wiederherstellung der Rentabilität der unternehmerischen Tätigkeit gegeben sein, damit das Unternehmen aus eigener Kraft im Wettbewerb existieren kann. Lediglich bei den Anforderungen an die Beurteilung der Refinanzierungsfähigkeit hat der IDW seine Ansprüche gelockert. Demnach kann die Angemessenheit einer Rendite in der Zukunft auf verschiedene Arten bewertet werden. Denkbar sind neben der Branchenüblichkeit auch andere Indikatoren wie ein Investmentgraderating oder auch das Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zum EBITDA.
Quelle: finance-magazin, 8. August 2018

Eine D&O-Versicherung schützt Geschäftsführer nicht vor der Haftung von rechtswidrig geleisteten Zahlungen gemäß § 64 GmbHG

In einem Grundsatzurteil vom 20 Juni 2018 entschied das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf, dass der Versicherungsschutz einer D&O-Versicherung nicht den Anspruch einer insolvent gewordenen Gesellschaft gegen ihren versicherten Geschäftsführer auf Ersatz insolvenzrechtswidrig geleisteter Zahlungen der Gesellschaft gemäß § 64 GmbHG deckt. Weiterlesen

Zahl der Unternehmensinsolvenzen weiter rückläufig – Schaden für die Gläubiger nimmt jedoch zu

Die Wirtschaftskanzlei Creditreform meldet am 27.06.2018, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im ersten Halbjahr 2018 weiter rückläufig ist. Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2017 haben 3,3% weniger Unternehmen den Gang zum Amtsgericht beschritten. Als Gründe dafür führt die Creditreform das anhaltende Wirtschaftswachstum in Deutschland, sowie die weiterhin günstig bleibenden Finanzierungsbedingungen für Unternehmen an. Weiterlesen

Großekathöfer Convenience Food GmbH: Eröffnung des Insolvenzverfahrens konnte vermieden werden

 

Wie bereits am 22. Januar 2018 berichtet, wurde Herr Dr. Hans Peter Döhmen am 15. Januar 2018 im Rahmen einer vorläufigen Eigenverwaltung als Sanierungsgeschäftsführer bzw. Chief Restructuring Officer (CRO) der Großekathöfer Convenience Food GmbH, Gütersloh, bestellt.

Der geschäftsführende Gesellschafter,  Herr Markus Großekathöfer, und Herr Dr. Hans Peter Döhmen, haben am Donnerstag, den 29. März 2018 beim Amtsgericht Bielefeld den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zurückgenommen, nachdem ein Investor für das Unternehmen gefunden und Stundungsvereinbarungen mit den wesentlichen Gläubigern abgeschlossen wurden. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Gesellschaft konnte damit vermieden werden.

Seit Eröffnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens konnte der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortgeführt werden. Gleichzeitig wurde mit Hochdruck an einer Sanierung des Unternehmens gearbeitet. Hierbei gelang es u.a. – trotz des Insolvenzantragsverfahrens – nicht nur die bestehenden Kundenbeziehungen aufrecht zu erhalten, sondern sogar auszubauen. Das war die Grundlage dafür, den unerwarteten Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr 2017, der zu der wirtschaftlichen Krise des Unternehmens führte, zu stoppen. Auch sämtliche Lieferanten haben in dieser Zeit der Großekathöfer Convenience Food GmbH die Treue gehalten. Die Tatsache, dass in dieser Phase namhafte Neukunden akquiriert werden konnten, erforderte – bei gleichzeitiger Umstellung der Zahlungskonditionen der Lieferanten auf Vorkasse – zusätzliche Liquidität. Diese konnte dank des Abschluss eines Factoringvertrages beschafft werden.

Schon früh im Verfahren war absehbar, dass ohne einen Investor eine nachhaltige Sanierung des Unternehmens nicht möglich sein würde. Schlussendlich gelang es, mit einem industriellen Investor kurzfristig vertragliche Regelungen zu treffen, den Insolvenzantrag am 29. März 2018 zurückzunehmen und somit eine Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu vermeiden. Eine weitere Voraussetzung für diesen äußerst seltenen Schritt war der Abschluss von Stundungsvereinbarungen mit allen wesentlichen Gläubigern. Der Investor wollte sich nur vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens engagieren. Dank des neuen Factoringpartners stand auch genügend Liquidität zur Verfügung, um das vorläufige Verfahren durch eine revolvierende Insolvenzgeldvorfinanzierung mit der Bundesagentur für Arbeit um einen Monat zu verlängern. Dadurch konnte dem Investor überhaupt die für die Verhandlung mit den Gläubigern erforderliche Zeit eingeräumt werden.

In den nächsten Wochen wird an der Umsetzung aller noch erforderlichen Maßnahmen gearbeitet, um die Umstrukturierung erfolgreich abzuschließen.

Herr Markus Großekathöfer wird weiterhin als geschäftsführender Gesellschafter an Bord bleiben. Ein Arbeitsplatzabbau war während des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens nicht erforderlich. Zwei wesentliche Prämissen der Sanierung konnten damit erfüllt werden.

Unser Team wächst

Seit dem 16. Februar 2018 verstärkt Dominik Zuhorn unser Team als Senior Manager. Der erfahrene Berater und Projektmanager wird ab sofort in unseren Mandaten eingesetzt.

Zuletzt war der Düsseldorfer für eine auf Strategieberatung spezialisierte Beratungsgesellschaft als Management Consultant tätig. In seiner Anstellung beschäftigte er sich vor Allem mit der Beratung von Unternehmen bei komplexen (Investitions-) Entscheidungen mit erheblichen Unsicherheiten (z.B. Ölpreis, Zulassung von pharmazeutischen Produkten etc.), insbesondere in der Chemie-, Pharma-, Öl- und Gasindustrie. Außerdem war er für die Implementierung von Entscheidungsprozessen und -methoden bei seinen Projekten verantwortlich. Davor war er bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers als Senior Consultant tätig. In seinem Aufgabenbereich lagen unter anderem die Bewertung von Unternehmen und Anlagegütern, Finanzmodellierung, Businessplanerstellung sowie Plausibilitätsprüfung erstellter Planungsmodelle.

Während seiner Studienzeit an der ESCP Europe konnte Herr Zuhorn mehrere Abschlüsse im Ausland erwerben. Dazu zählen der Master of Science in International Management an der City University London, Máster Europeo en Administración y Dirección de Empresas an der Universidad Carlos III in Madrid und ein Diplôme de Grande École an der ESCP Europe in Paris. Weitere Fortbildungen und Abschlüsse im Bereich der strategischen Entscheidungsfindung folgten an der Stanford University in Pablo Alto, Kalifornien.

Wir freuen uns sehr Herrn Zuhorn in unserem Team begrüßen zu dürfen und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Großekathöfer Convenience Food GmbH: Eigenverwaltungsverfahren mit Zielsetzung Sanierung beantragt

Mit Beschluss des Amtsgerichts – Insolvenzgericht – Bielefeld vom 12. Januar 2018 wurde das vorläufige Eigenverwaltungsverfahren über das Vermögen der Großekathöfer Convenience Food GmbH, Gütersloh, angeordnet. Das Verfahren wird von Herrn Dr. Döhmen als Chief Restructuring Officer (CRO) begleitet. Ziel des Verfahrens ist die Sanierung und langfristige Restrukturierung des Unternehmens.

Der Hersteller von tiefgekühlten Backwaren ist ein seit 1995 geführtes Familienunternehmen. Zu den Produkten gehören neben Plunder- und Blätterteigen auch herzhafte und süße Produkte als Snacks, Strudel, Plunder, Minis und sonstige Spezialitäten. Die Großekathöfer Convenience Food GmbH beschäftigt zum Stichtag insgesamt 77 Mitarbeiter und produziert in zwei Werken.

Die ausführliche Pressemeldung finden Sie hier.

Vortrag zum Thema
„Erfolgsfaktoren der Vergangenheit – Geschäftsmodelle für die Zukunft?“

Am 28. November 2017 hielt Dr. Hans Peter Döhmen im Rahmen der Veranstaltung „ATN in Kontakt“ in den Räumlichkeiten der ATN Rechtsanwälte in Wuppertal einen Vortrag zum Thema „Erfolgsfaktoren der Vergangenheit – Geschäftsmodelle für die Zukunft?“. Dabei ging es um die Zukunftstauglichkeit von bestehenden Geschäftsmodellen. Anhand einiger Beispiele zeigte er den Erfolg und Misserfolg verschiedener Unternehmen in der Vergangenheit auf und verdeutlichte wie wichtig eine zukunftsorientiert Geschäftsmodellentwicklung ist. Die entsprechende Präsentation haben wir Ihnen zum Download bereitgestellt.

Download: Erfolgsfaktoren der Vergangenheit – Geschäftsmodelle für die Zukunft?

Übernahme der Klenk Holz AG

Nachdem das Bundeskartellamt sowie die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde der Übernahme der Klenk Holz AG von der Carlyle Gruppe durch die Binderholz Gruppe zugestimmt haben, konnte der Verkaufsprozess Anfang November abgeschlossen werden. Die neue Eigentümerin ist bekannt für die Herstellung von Massivholzprodukten und ihre innovative Baulösungen. Die Klenk Holz AG wurde 1904 gegründet und beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter. Mit einem Umsatz von ca. 400 Mio. Euro zählt sie zu einem der führenden Säge- und Holzverarbeitungsunternehmen in Europa.

2014 wurde die Klenk Holz AG im Rahmen eines umfangreichen Sanierungs- und Restrukturierungsprozesses an die globale Private-Equity-Gesellschaft Carlyle Group verkauft, wir berichteten. Dr. Hans Peter Döhmen war seit Oktober 2012 CRO der Klenk Holz AG. In dieser Funktion verantwortete er neben der operativen Restrukturierung insbesondere die Vorbereitung und Begleitung Verkaufsprozesses an die Carlyle Group. Nach erfolgreichem Abschluss des Verkaufsprozesses und Überleitung seiner Aufgaben auf das neue Management beendete er sein Engagement Anfang Oktober 2013. Über die positive Entwicklung der Klenk Holz AG freut sich die döhmen consulting gmbh sehr.

Wir wünschen allen Lesern schöne Festtage und einen erfolgreichen Start ins kommende Jahr.

Gegenläufiger Trend: Zahl der Großinsolvenzen steigt in 2017

Bei der Gesamtbetrachtung von Unternehmensinsolvenzen in 2017 ist ein Rückgang von 5 Prozent im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten, nicht aber bei Unternehmen ab einer Umsatzgröße von 10 Millionen Euro. Schon nach drei Quartalen wurde der Gesamtwert der beiden vergangenen Jahre mit 69 Insolvenzen bei Unternehmen mit mehr als 20 Millionen Euro Umsatz überschritten. Auch im Bereich von Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 10 und 20 Millionen Euro wurde ein starker Anstieg von eingereichten Insolvenzanträgen verzeichnet. So wurden allein im dritten Quartal 2017 insgesamt 65 neue Anträge eingereicht, während in den ersten beiden Quartalen insgesamt 70 Insolvenzanträge eingereicht worden sind. Voraussichtlich werden die hohen Werte der Jahre 2009, 2012 und 2013 aber nicht erreicht.  Prominente Beispiele sind dabei die Verfahren der Air Berlin, des Küchenherstellers Alno und des Josef-Hospitals in Delmenhorst. Die beiden großen Unternehmen Lutz Fleischwaren GmbH und Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG, welche ebenfalls in 2017 Insolvenzantrag stellen mussten, wurden in Form einer übertragenden Sanierung gerettet.

Ein weiteres prominentes Beispiel ist die Insolvenz der Solarworld GmbH. Im Zuge des Insolvenzverfahrens wurde der operative Betrieb der Solarworld GmbH mit insgesamt rund 500 Mitarbeitern von ehemals 1700 Mitarbeitern an eine Auffanggesellschaft unter der Führung des Gründers der insolventen Solarworld GmbH, Frank Asbeck, und einigen weiteren Investoren, veräußert. Insolvenzverwalter Horst Piepenburg ist weiterhin auf der Suche nach Käufern für die Solarworld-Tochter Deutsche Lithium GmbH, sowie für die der Insolvenzmasse zugehörigen Anteile an dem Projektierer Solarparc GmbH.

Vgl. Hedtstück, Michael: „Zahl der Großinsolvenzen zieht weiter an“, unter:

http://www.finance-magazin.de/wirtschaft/deutschland/zahl-der-grossinsolvenzen-zieht-weiter-an-2000751/ (abgerufen am 19.10.2017)

döhmen intern

Herr Martin Borner hat die döhmen consulting gmbh zum 31. Juli 2017 auf eigenen Wunsch verlassen, um sich neuen beruflichen Aufgaben zu widmen. Er ist zu einem unserer Industriekunden gewechselt um die Leitung des Project Office zu übernehmen. Wir bedanken uns für sein Engagement der letzten Jahre und wünschen ihm viel Erfolg für seine berufliche Zukunft.